Gen Z und Millen­nials: Diese Immobilien leisten sie sich – und zahlen bewusst drauf

Published On: 7. September 2026|Categories: Presse­mit­tei­lungen|

Berlin, 07.09.2026. Europace-Auswertung: Junge Käufer:innen finan­zieren häufiger ältere und energe­tisch schwache Immobilien – und planen in jedem dritten Fall die Moder­ni­sie­rungen gleich mit ein. Auch die Hitze­wellen zeigen erste Effekte auf die Immobi­li­en­preise. Dies zeigt eine Betrachtung des deutschen Immobi­li­en­fi­nan­zie­rungs­marktes auf Daten­basis der Europace AG.

Je älter die Kaufenden, desto energie­ef­fi­zi­enter die Immobilien

Bei den bis 25-Jährigen entfallen 35,2 Prozent der finan­zierten Immobilien auf die schlech­teren Energie­e­f­­fi­­zienz-Klassen F, G oder H. Bei den 26- bis 30-Jährigen sind es 32,3 Prozent, bei den 31- bis 36-Jährigen noch 31,2 Prozent. Umgekehrt steigt der Anteil der Klassen A+ und A von 10,9 Prozent bei den unter 25-Jährigen auf 16,1 Prozent bei den 26- bis 30-Jährigen und auf 18,7 Prozent bei den 31- bis 36-Jährigen. 

Parallel dazu wächst der finan­zielle Spielraum: Unter 25-Jährige finan­zieren Immobilien im Median für rund 251.000 Euro, Käufer:innen zwischen 31 und 36 Jahren für rund 333.000 Euro. Die Daten belegen keine indivi­duelle Kausa­lität zwischen Finan­zie­rungs­summe und Objektwahl; sie zeigen aber, dass sich mit dem erreich­baren Preis­niveau auch die Qualität der finan­zierten Immobilien zugunsten energe­tisch attrak­ti­verer Objekte verschiebt.

Die Jüngeren finan­zieren im Schnitt 60 Jahre alte Gebäude

Die jüngste Käufer:innengruppe finan­ziert im Durch­schnitt Objekte aus dem Jahr 1963. Energie­ef­fi­ziente Immobilien sind dagegen vor allem jüngere Immobilien: Bei Objekten bis Baujahr 1949 erreichen rund 2 Prozent die Klassen A+ oder A; bei Objekten ab 2020 sind es knapp 69 Prozent. Wer aufgrund eines kleineren Budgets auf Bestands­im­mo­bilien ausweicht, stößt auf entspre­chend niedrige Energie­ef­fi­zi­enz­klassen.

In jedem dritten Fall fließen um die 40.000 Euro in die Moder­ni­sierung

Bei den bis 36-Jährigen enthält rund jeder dritte Kauf ein Moder­ni­sie­rungs­budget: 34,3 Prozent bei den unter 25-Jährigen, 35,1 Prozent bei den 26- bis 30-Jährigen und 34,8 Prozent bei den 31- bis 36-Jährigen. Die geplanten Beträge liegen im Median zwischen rund 40.000 und 48.000 Euro. Relativ zum Kaufpreis setzen die Jüngsten mit 19,3 Prozent den größten Anteil an; bei den 31- bis 36-Jährigen sind es 17,6 Prozent.

Besonders deutlich wird das bei energe­tisch schwachen Objekten: In der Klasse H planen in den drei Käufer:innengruppen bis 36 Jahre jeweils rund 63 bis 64 Prozent ein Moder­ni­sie­rungs­budget ein. Wichtig ist die Abgrenzung: Das Datenfeld erfasst den im Finan­zie­rungs­wunsch vorge­se­henen Moder­ni­sie­rungs­betrag. Es belegt deshalb die geplante Finan­zierung, nicht die spätere Umsetzung der Maßnahmen.

„Gen Z und Millen­nials haben ihr Kaufver­halten an die schwie­rigen Rahmen­be­din­gungen angepasst. Statt eigen­ka­pi­tal­in­tensiv zu bauen, kaufen sie Bestands­im­mo­bilien und machen sie mittels Moder­ni­sierung zukunfts­fähig“, so Stefan Münter, Vorstand Co-CEO der Europace AG. 

Objektart beein­flusst den energe­ti­schen Zustand kaum

Häuser und Wohnungen sind dabei nicht gleich­zu­setzen. Dennoch bleibt der Befund innerhalb der jewei­ligen Objektart sichtbar: Bei Eigen­tums­woh­nungen entfallen bei den Unter-25-Jährigen 15,0 Prozent auf F, G oder H, bei den 31- bis 36-Jährigen 13,2 Prozent. Bei Ein- und Zweifa­mi­li­en­häusern beträgt der Abstand 54,0 zu 42,1 Prozent. Berück­sichtigt man zusätzlich das Baujahr, wird der Abstand deutlich kleiner, verschwindet aber nicht vollständig.

Die Preis­un­ter­schiede sind real – die Energie­ef­fi­zi­enz­klassen sind jedoch nicht der einzige Faktor

A+-Immobilien kosten im Median rund 465.000 Euro, Objekte der Klasse D rund 257.000 Euro. Diese Differenz beschreibt den Markt, aber keinen isolierten Preis für Energie­ef­fi­zienz: A+-Objekte sind im Median jünger und unter­scheiden sich zudem bei Objektart, Fläche und Lage. Eine unabhängige Gegen­prüfung der VALUE AG auf Basis von Angebots­daten bestätigt die Größen­ordnung des Rohab­stands, nicht aber seine Deutung als reinen Energie­effekt.

Aussa­ge­kräf­tiger ist der Preis je Quadrat­meter. Er sinkt über die Energie­klassen hinweg von rund 3.919 Euro bei A+ auf rund 1.877 Euro bei H. Das Preis­ge­fälle ist also sichtbar. Wer es verstehen will, muss jedoch Baujahr, Wohnfläche und Objektart mitdenken.

Energie­klasse ist nicht gleich Zukunfts­si­cherheit: Hitze­ex­po­sition wird als Faktor sichtbar

Ein Energie­ausweis macht Objekte vergleichbar – aber nicht vollständig. Bedarfs- und Verbrauchs­aus­weise messen Unter­schied­liches; auch der sommer­liche Hitze­schutz steht nicht in einer Energie­klasse. Eine unabhängige Analyse der VALUE AG auf Basis von Angebots­daten findet im Häuser­markt ein erstes schwaches Hitzesignal: In hitze­ex­po­nier­teren Lagen lag das relative Preis­niveau gegenüber 2021 je Standard­ab­wei­chung der Hitze­ex­po­sition – rund neun zusätz­liche Hitzetage im Jahr – um rund 1,4 Prozent niedriger. Das Signal betrifft die Lage, nicht die Energie­klasse.

Einordnung und Daten­grundlage

Ausge­wertet wurden über die Trans­ak­ti­ons­plattform Europace angelegte Finan­zie­rungs­vor­gänge vom 1. Januar 2025 bis zum 31. Juli 2026. Die Energie­ef­fi­zi­enz­klassen wurden aus dem hinter­legten Endener­gie­kennwert abgeleitet. Die Ergeb­nisse beziehen sich auf die dokumen­tierte Teilmenge und bilden nicht den Gesamt­markt ab. Bedarfs- und Verbrauchs­aus­weise sind metho­disch nicht dasselbe; die berich­teten Vertei­lungen fassen beide Typen zusammen, der Alters­effekt wurde zusätzlich für jeden Ausweistyp einzeln geprüft und bestätigt. Als Moder­ni­sie­rungs­budget wurde der im Finan­zie­rungs­wunsch vorge­sehene Moder­ni­sie­rungs­betrag heran­ge­zogen – ein geplanter, nicht ein ausge­zahlter Betrag. Für Preis­ver­gleiche wurden Kaufvor­gänge und – wo verfügbar – der exakte Kaufpreis sowie die Wohnfläche heran­ge­zogen.

Über Europace

Europace, Deutsch­lands größte Trans­ak­ti­ons­plattform für Immobilien­finanzierungen und Bauspar­pro­dukte, vernetzt über 700 Partner­un­ter­nehmen aus den Bereichen Banken, Versi­che­rungen und Finanz­ver­triebe. Mehrere tausend Nutzer:innen wickeln monatlich über 30.000 Trans­ak­tionen mit einem Volumen von über 7 Mrd. Euro über den Markt­platz ab. In enger Zusam­men­arbeit mit Vertrieben und Produkt­an­bietern entwi­ckelt Europace nutzer­ori­en­tierte Finan­zie­rungs­lö­sungen, optimal auf die Bedürf­nisse der Verbraucher:innen abgestimmt – für ein Finan­zieren mit Leich­tigkeit.

Die Europace AG ist eine hundert­pro­zentige Tochter­ge­sell­schaft der Hypoport SE, die an der Deutschen Börse im Prime Standard gelistet ist. Seit 2015 ist Hypoport durch­gängig im Auswahl­index SDAX oder MDAX vertreten. Seit 2018 organi­siert sich die Europace AG vollständig holakra­tisch.

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Mona Breulmann
Media Relations & Executive Commu­ni­ca­tions
Mona.Breulmann@Europace.de